Das Basenfasten und ich

Aktualisiert: Okt 6

Basenfasten – sagt mir was, aber ich habe dieses Wort irgendwo tief in meinem Gedächtnis eingegraben. Vor ein paar Jahren hatte ich mich mal halbherzig damit beschäftigt und ca. drei Tage basisch gefastet, aber so richtig einen Sinn hatte ich damals nicht darin gesehen und bin danach direkt wieder in meine Essgewohnheiten „eingestiegen“.

Aber nun liege ich hier, auf der Liege von meiner Osteopathin, welche seit längerem versucht meinen lädierten unteren Rücken wieder fit zu bekommen. Sie ist übrigens meine vierte Anlaufstelle neben Hausarzt, Orthopäde und Physiotherapeut. So langsam weiß auch meine Osteopathin nicht mehr welche weiteren Behandlungsmethoden neben Akupunktur und Co sie mit mir bzw. an mir austesten kann. Und so spricht sie bei mir das Thema Ernährung und Basenfasten an, da sie in der Vergangenheit bereits öfter festgestellt hat, dass die Ernährung viel mit dem Behandlungserfolg zu tun hat. Und der Rücken ist eine Art Gegenspieler vom Darm. Wenn also im bzw. mit dem Darm etwas nicht stimmt, dann kann sich das mit Schmerzen im Rücken bemerkbar machen. Daher empfiehlt sie mir das Basenfasten.


Also gut, denke ich. Zu verlieren habe ich ja wirklich nichts und frage als erstes Sarina ob sie dabei ist. Denn ich weiß, alleine fastet es sich für mich schwerer als zusammen. Und auf Sarina ist wie immer Verlass, ohne zu zögern ist sie sofort dabei! Also suchen wir wieder alle Infos, die wir über`s Basenfasten haben, zusammen und gehen jeeeeeede Menge Obst und Gemüse einkaufen.


Das Basenfasten ist nämlich eine zeitlich begrenzte Kur, in der für eine Woche nur Obst und Gemüse auf den Tisch kommt, da bei deren Verdauung im Körper mehr Basen als Säuren gebildet werden. Ziel der Kur ist es, Säuren im Körper abzubauen. Welche oftmals belastend auf den Stoffwechsel wirken und zu Abgeschlagenheit und allgemeinem Unwohlsein führen können. Entstehen kann eine Übersäuerung durch zu viele säurebildende Lebensmittel, viel Stress und auch wenig Bewegung. Letzteres ist bei uns eher nicht der Fall, aber auch viel Bewegung, kann ja stressig für den Körper sein. Während der Basenkur wird auf säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Milchprodukte, Zucker und Getreide komplett verzichtet. Dadurch wird der Körper entlastet, der Darm gereinigt und am Ende einer 7-tägigen Basenfastenkur soll die Haut wieder viel schöner und weicher sein und das Wohlbefinden im Allgemeinen viel besser und auch lästige Themen wie Allergien und / oder chronische Schmerzen sollen dadurch verbessert oder gar komplett beseitigt werden. Und on top soll man wieder viel besser schlafen können. Der große Vorteil: Man darf essen! Juhu!


Klingt gut, denken wir und starten somit voll motiviert direkt am Wochenende mit einer (jeder für sich) Darmentleerung in die Woche Basenfasten.

Die Darmentleerung ist kein Muss des Basenfastens, wird aber empfohlen um einen größeren Erfolg aus der Woche zu erzielen. Es wird sogar empfohlen diese alle 2-3 Tage während des Basenfastens zu wiederholen. Des Weiteren sieht die Basenfastenkur vor, dass morgens nur Obst, gerne mit ein bisschen Erdmandelmehl auf den Tisch kommt, nach 14 Uhr nichts Rohes mehr gegessen und die letzte Mahlzeit am Abend vor 18 Uhr gegessen werden soll. Ebenfalls wird empfohlen sich an die drei Mahlzeiten, Frühstück, Mittag und Abendessen zu halten. Sollte der Hunger zwischendurch zu groß sein, sind aber Snacks wie ein paar Mandeln oder Trockenobst erlaubt. Dadurch soll gewährleistet sein, dass der Darm zwischen den Mahlzeiten genug Zeit hat alles zu verarbeiten und nicht „in Stress“ gerät. Zusätzlich werden Basentees und Zitronenwasser empfohlen, da Zitrone mit das basischste Lebensmittel überhaupt sei und dem Körper besonders gut tun soll.

Tag 1:

Starte ich an einem Samstagnachmittag um 14 Uhr mit meiner ersten Darmentleerung. Da man nie weiß, wann die Darmentleerung nach dem nicht ganz so leckeren Getränk Bittersalz mit Wasser einsetzt empfiehlt es sich danach zu Hause zu bleiben und abzuwarten. Und genau das tue ich, warten und warten. Nach ungefähr drei Stunden ist das Abführgetränk erfolgreich und ich kann zufrieden mein erstes Abendessen, eine basische Kartoffelsuppe, vor 18 Uhr einnehmen. Am Abend nehme ich noch ein Basenbad, dieses wird bei starker Übersäuerung auch empfohlen, damit der Körper über die Poren weiter Säure ausscheidet. Da ich bereits über einem dreiviertel Jahr unter meinen Rückenschmerzen leide, schlussfolgere ich für mich, dass mein Körper stark übersäuert sein muss. Nach dem Basenbad gehe ich früh um 21 Uhr schlafen, da beim Basenfasten auch mindestens 8h Schlaf empfohlen werden. Ich bin weiter top motiviert!!

Tag 2:

Ich habe super geschlafen, bis mein kleiner Sohn mich um 6:15 Uhr weckt und stehe um 06:30 Uhr auf. Tag zwei frühstücke ich einen leckeren, selbst geschnippelten Obstsalat. Einen frischen Salat mit angebratener Avocado, Tomate und Sonnenblumenkernen gibt es zum Mittagessen und abends wieder die gleiche basische Kartoffelsuppe vom Vortag. Zu Trinken gibt es 1,5-2 Liter Tee, zwischendurch „snacke“ ich getrocknete Mango und ein paar Mandeln. Abends nehme ich wieder ein Basenbad, da ich den ganzen Tag gefroren habe (eine häufige Nebenwirkung vom Basenfasten) und gehe um 21:30 Uhr schlafen.

Mein Ziehen vom Rücken ins Bein ist heute sehr stark, aber auch das kann bei einem stark übersäuertem Körper häufig vorkommen. Der Körper hat sogenannte „Entzugserscheinungen“ und diese können dafür sorgen, dass das Leiden vorerst schlimmer anstatt besser wird.

Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit mir an diesem Tag, da ich keine Gelüste oder ähnliches hatte und mir meine Mahlzeiten richtig gut geschmeckt haben, trotz weinig Würze. Und das starke Ziehen ins Bein deute ich positiv, da der Stoffwechsel im Körper zu beginnen scheint. Gut gelaunt und weiter mit großer Motivation gehe ich um 21:30 Uhr schlafen.



Tag 3:

Die Nacht war etwas kürzer, aber geschlafen habe ich gut. Essenstechnisch bin ich nicht sehr fantasievoll und so gibt es genau dieselben Mahlzeiten wie am Vortag und auch dieselben Getränke. Meinem Rücken scheint es heute besser zu gehen, die Schmerzen ins Bein sind weniger stark, was mich umso mehr motiviert das Basenfasten weiter durchzuziehen. Ich verbringe den Tag mit einem ausgiebigen Spaziergang am Nachmittag und am Abend leite ich die zweite Darmentleerung ein, warte aber vergeblich den Abend und die ganze Nacht, dass die Wirkung los geht.

Tag 4:

Die letzte Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Ich hatte starkes Magengrummeln und habe ständig darauf gewartet, dass das Bittersalz seine Wirkung zeigt, welche aber nicht eingesetzt hat. Daher habe ich in der Früh um halb 7 direkt noch einen kleinen Bittersalz-Drink zu mir genommen, welcher dann nach einer Stunde auch endlich seine Wirkung zeigte.

Ansonsten habe ich heute recht fettige Haut (auch eine Nebenerscheinung vom Basenfasten) und mein Rücken schmerzt wieder etwas mehr, was mich ehrlich gesagt frustriert. Am Nachmittag fällt es mir das erste Mal schwer die drei Mahlzeiten einzuhalten und ich habe irgendwie ein riesiges Loch im Bauch. Meine Stimmung ist eher gedämpft und ich gehe daher früh ins Bett, in der Hoffnung, dass der kommende Tag wieder besser wird.

Tag 5:

Diese Nacht war richtig bescheiden. Ich bin nachts gegen 2 Uhr aufgewacht und hatte so starke Schmerzen in Rücken und Bein, welche auch jetzt tagsüber nicht weniger werden. Ich bin so richtig frustriert und fange an mich zu fragen ob das Basenfasten bei mir überhaupt Sinn macht. Dennoch habe ich einen großen Ehrgeiz und bin fest entschlossen die 7 Tage Basenfasten durchzuziehen, schließlich habe ich nur noch drei Tage (inklusive heute) vor mir. Aber ich bin nicht mehr so motiviert wie zu Beginn des Basenfastens.

Tag 6:

Meine fettige Haut ist weg. Die Schmerzen im Rücken sind heute wieder etwas weniger, aber weg sind sie auf keinen Fall. Ich fange an zu überlegen ob ich vielleicht einfach geduldiger mit meinem Körper sein sollte, schließlich können Schmerzen, die einem bereits seit mehreren Monaten plagen wahrscheinlich nicht innerhalb weniger Tage wieder verschwinden. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht zu den Geduldigsten gehöre und ich muss zugeben, dass ich wirklich gehofft hatte eine merkbare Verbesserung in dieser Woche durch das Basenfasten zu erreichen.





Tag 7:

Auch wenn meine Schmerzen nicht wirklich weniger geworden sind, habe ich dennoch positives aus der Woche Basenfasten zu berichten. Ich habe drei Kilogramm abgenommen, obwohl das gar nicht mein Ziel war, freue ich mich über das neue Gewicht auf der Waage. Und meine Haut, gerade im Gesicht ist ganz weich, klar und rosig. Das freut mich noch mehr. Ich nehme mir vor meine Ernährung vorerst umzustellen und weitesgehend die schlechten Säurebildner (Zucker, tierische Produkte, Wezen, Alkohol) wegzulassen und hoffe, dass mein Körper sichmit der Zeit komplett erholt und auch der Rücken wieder Ruhe gibt.

Fazit zum Basenfasten:

Ich selbst finde das Basenfasten eine sehr gute Alternative zum richtigen Fasten, da man nicht hungern braucht und sich sogar satt essen darf und die Gerichte auch wirklich gut schmecken. Um seinen Ernährungsplan mal ein wenig zu überdenken und seinen Körper zu entschlacken und ggf. auch ein paar Kilogramm abzunehmen, kann ich es wirklich empfehlen. Für sehr muskulöse Menschen kann das Basenfasten allerdings zu Schmerzen führen, da eine Woche ohne Eiweiß für einen muskulösen Körper sehr lang ist. Zwischendurch aber mal einen basischen Tag einzulegen tut meiner Meinung nach sehr gut und ich werde versuchen genau dieses in Zukunft einzubauen.

Sportliche Grüße,

eure Lena


PS: Viele Infos und Rezepte zum Thema Basenfasten gibt es hier: https://www.basenfasten.de


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